Mandriva Limited Edition 2005, ein Installationsbericht

Nach langer Zeit wieder mal ein Installationsbericht,
diesmal über die neu erschienene Auflage von Mandriva; Limited Edition 2005.
Vorweg etwas zum Namen Mandriva, viele kennen Mandrake und vielleicht auch Conectiva (einen südamerikanischen Distributor), beide Unternehmen schlossen sich kürzlich zusammen und so entstand der Name Mandriva, von beidem etwas.

Den Bericht untergliedere ich in zwei Teile: 1.Upgrade 2.Neuinstallation

1. Upgrade von der Community Version 10.1

Das Upgrade verläuft unspektakulär auf einem Desktoprechner, aber einige Punkte fielen mir trotzdem auf:

Das Netzwerk, sowie das Drucksystem funktionierten nicht, obwohl eingerichtet und erkannt.
Abhilfe: Im Kontrollzentrum die jeweiligen Assistenten aurufen und alle Punkte kurz durchklicken.

Der neue Kernel wird zwar in die Auswahlliste beim Bootvorgang eingetragen, starten tut aber immer noch der alte Kernel. Abhilfe: Editieren der lilo.conf

Ein weiteres Problem ergab sich bei der Benutzung von Licq, das Programm stürzte ab.
Abhilfe: Entfernen des versteckten Verzeichnisses .licq im Heimatverzeichnis.
Ich denke die alten Einstellungen des Programms sind nicht kompatibel zur neuen Version und verursachen daher das Problem.
Achtung: Damit gehen alle Einstellungen, Mitschnitte und sonstigen Daten verloren, also vorher sichern oder das Verzeichnis umbenennen.

Ähnliches ist auch bei der Benutzung von Mozilla-Firefox passiert: Firefox startete nicht.
Ursache hier: das versteckte Verzeichnis .mozilla welches bei der Benutzung von Mozilla angelegt wurde und sich offensichtlich nicht mit dem neuen Browser Firefox vertrug, Lösung: einfach dieses Verzeichnis löschen, danach startet Firefox auch.
Aber Achtung, damit sind natürlich alle Einstellungen, Bookmarks, mails, News weg, also vorher sichern, oder umbenennen.

Diese zwei Probleme werden jedem begegnen, der Linuxtypisch die Programme und Benutzerdaten auf separaten Partitionen ablegt. Bei einem Upgrade oder auch einer Neuinstallation des Systems bleiben logischerweise Benutzereinstellungen in den jeweiligen Benutzerverzeichnissen zurück die dann Ursache für solche Probleme sein können.

2. Neuinstallation auf einem Amilo 1640 A Notebook von Fujitsu Siemens

Auch hier wie beim Upgrade keine Probleme bei der fast schon gewohnt guten Installationsprozedur von Mandriva, auch Neueinsteiger sollten auf Anhieb mit der gelungenen Oberfläche zurechtkommen.

Ich entschied mich diesmal für den Gnome Desktop der in der etwas älteren Version 2.8 vorliegt. Man könnte natürlich einwenden das die Version 2.10 die bessere Wahl gewesen wäre aber Mandriva geht hier wohl einen etwas konservativeren Weg; Stabilität vor Aktualität, akzeptabel aus meiner Sicht.

Das Powermanagement, Speedstepping funktioniert auch mit diesem Notebook nicht, kein Problem von Linux oder Mandriva sondern der Hardwarehersteller, hier also Fujitsu Siemens.

Erfreulich das Widescreen Display wird nun automatisch mit einem Treiber versorgt.
Dies war mit der Community Version 10.1 nur durch einen Fremdtreiber möglich.

Was mir als Gnome Neuling unangenehm auffiel: Ein su in einer Terminalemulation führt direkt zu root Rechten, äußerst unangenehm, wenn man an die Folgen denkt.
Das öffnen von je einem Fenster in Nautilus bei einem Verzeichniswechsel ist ebenso eine Eigenheit für die sich sicher eine Stellschraube im System finden lässt wie auch für die su-Problematik.


Ich habe hier nur die Punkte aufgezählt welche mir eher unangenehm auffielen, möchte aber nicht verschweigen das dies eher Peanuts sind im Vergleich zu all dem Positiven die Mandriva Limited Edition 2005 klar zu einer Empfehlung meinerseits veranlassen.
Anfangen möchte ich mit dem gelungenen Startscreen welcher der beste von denen ist, welche ich bisher zu sehen bekommen habe, Hut ab. :-)
Weiterhin natürlich all die großartigen freien Softwarepakete die Linux heute zu dem machen was es ist : einem rundum gelungenen Betriebssystem.

Mein Dank gilt all denen, die ihre freie Zeit zur Softwareentwicklung verwenden!


zuletzt bearbeitet am 28.12.2012